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Warum Du zu nett bist und wie Du damit aufhören kannst!

Warum Du zu nett bist, und wie Du damit aufhören kannst: People Pleasing – worum geht es hier?

Das People Pleasing, also das „zu nett sein“ ist ein Muster, ein Verhaltensmuster. Etwas, das wir alle viel zu oft machen – wir sind meist zu nett.

Es äußert sich darin, dass derjenige, der ein PP ist, immer versucht es den anderen Recht zu machen, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen, immer lieb zu sein, ein Gutmensch zu sein.

Er ist bemüht freundlich zu sein, um nicht anzuecken, keinen Unmut zu stiften und vor anderen gut dazustehen, beziehungsweise geliebt zu werden.

Dieses Muster gibt es eben auch in der Sexualität – wenn ich versuche, es dem anderen immer recht zu machen und meine Bedürfnisse den Bedürfnissen des anderen immer unterordne. Im Laufe der Zeit verliert ein PP so immer mehr das Gefühl für die eigene Bedürfnisse, den eigenen Körper, die eigene Gefühle.

Wie entsteht dieses Muster

Dieses Muster entsteht in der Kindheit, durch eine Erziehung, in der es für das Kind notwendig war sich anzupassen und die eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen.

Die Bedürfnisse der Erwachsenen oder die Bezugspersonen waren wahrscheinlich wichtiger, als die Bedürfnisse des Kindes – zu gefallen und dazu zu gehören, den als Kinder sind wir von den Bezugspersonen abhängig.

Wenn Eltern immer fordern, dass das Kind sich so verhält, dass es für die Erwachsenen am einfachsten ist: das Kind soll still sein, lieb sein, soll helfen, soll sich anpassen, soll niedlich sein, soll hübsch sein, soll höflich sein, und so weiter und sofort – dann fängt das Kind an, sich anzupassen und das Eigene wegzurücken.

Wenn dann auf nicht angepasstes Verhalten auch noch Strafe folgt, dann ist ein Kind schnell dabei sich eben so zu verhalten, dass es gefällt und nicht auffällt.

Warum dies passiert ist natürlich keine Boshaftigkeit von Bezugspersonen, sondern entsteht aus eigenen Nöten und Bedürftigkeit heraus. Häufig sind Elternteile depressiv, haben psychische Krankheiten, ertragen keine starken Emotionen, können vielleicht nicht verzeihen oder sind jetzt zwar nicht und sind nicht in der Lage, dem Kind die Zuwendung zu geben die es eigentlich benötigt.

Was die Konsequenz ist, wenn Eltern einen People Pleaser erziehen

Diese Muster sorgen dafür, dass der Erwachsene häufig in diesen Strukturen verhaftet bleibt. Dies bedeutet, dass man eben auch als Erwachsener noch versucht, zu gefallen. Das Muster ist ein Verhaltensmuster, ein Glaubenssatz, eine Gewohnheit geworden, eine Lebenshaltung.

Die Problematik als PP liegt in dem Bedürfnis zu gefallen, nicht bestraft zu werden, beziehungsweise in einer Harmoniesucht. Das Bedürfnis nach Harmonie und die Angst vor Konflikten sorgt dafür dass der PP in einer ewigen Schleife dieses Musters fest hängt– es ist schwierig für ihn sich selbst zu lieben, er hat einen Hang zum Perfektionismus, erlebt die Emotionen seiner Bezugspersonen oder Beziehungspersonen.

Der People Pleaser kann sich selbst nicht fühlen

Er oder sie kann sich als Mensch, der zu nett zu andere ist, schlecht selbst erkennen und fühlen, das Bedürfnis anderen zu dienen ist übermächtig. Zudem kann er schlecht Nein sagen.

Das, was andere als innere Stimme bezeichnen, ist bei den PP kaum hörbar oder vielleicht ganz verschwunden und weggedrückt. Der PP fühlt sich sehr schnell verantwortlich für die Gefühle anderer Menschen, er fühlt sich oft schuldig wenn es Menschen in seinem Umfeld schlecht geht, das spiegelt die Gefühle aus der Kindheit.

Auf der anderen Seite wiederum ist jemand der ein PP ist sehr empathisch, denn er beobachtet andere sehr genau und weiß auch genau was andere brauchen, viel mehr als er selbst. Dies führt natürlich zu einer steigenden Unzufriedenheit denn die eigenen Bedürfnisse bleiben unausgesprochen und permanent auf der Strecke.

Folgen des ständigen nett seins, auch in sexueller Hinsicht

Dies kann sich in körperlichen Symptomen äußern aber auch in einer Art Verbitterung und mangelndem Selbstwertgefühl.

Sexuell gesehen kann das Syndrom des PP zu einer sexuellen Unlust führen denn die eigenen Wünsche und Bedürfnisse werden ja nie erfüllt. Grenzen werden automatisch ständig überschritten, Da der PP gar keine Grenze setzt und so sein Partner auch nicht weiß, dass er ständig eine Grenze überschreitet.

Diese Frustration kann dafür sorgen, dass der Körper irgendwann Signale setzt und nicht mehr so funktioniert wie wir uns das wünschen.

Der Körper setzt selbst Grenzen, wenn Du zu nett bist

Der Körper setzt du die Grenze der Mensch selbst nicht setzen kann. Vielleicht entstehen Erektionsstörungen, Vaginismus, Unlust, Kopfschmerzen, Trockenheit, Schmerzen, oder andere Symptome für die fehlende Balance in der sexuellen Beziehung.

Je mehr Gefühle verdrängt werden, je mehr diese Unlust diese Grenzüberschreitung ignoriert wird, desto heftiger wird die körperliche Symptomatik sein.

Wie kann der People Pleaser sein Muster stoppen?

Mit dem Gefallen-wollen und dem ständigen Gefällig-sein aufzuhören gelingt zunächst durch radikale Ehrlichkeit zu sich selbst.

Als erstes ist es wichtig an zu erkennen, was man sich selbst antut. Was genau man macht, wie sich dies äußert. Zu erkennen, dass dieses Verhalten ein Verhalten ist, dass so nicht zwingend gelebt werden müsste und man sich damit schadet.

Als zweites dienen zur Reflektion Fragen die man sich selber stellen kann um sich besser kennen zu lernen und seinen Bedürfnissen auf die Schliche zu kommen. Sich selbst Fragen zu stellen, öffnet den Blick für Alternativen.

Fragen, die der Wahrheit dienen:

  • Was erwarte ich vom anderen, wenn ich versuche zu gefallen?
  • Wo gehe ich über meine Grenze, um dem anderen zu gefallen?
  • Wann und wo tue ich besonders in der Sexualität Dinge, die mir nicht gefallen, die mir nicht guttun, obwohl ich spüre das ich es in diesem Moment nicht sollte.
  • Wann sage ich mir und in welchen Situationen sage ich mir: Ach es ist doch nicht so schlimm das geht schon.
  • In welchen Situationen und wann sage ich mir innerlich: das kann ich doch für den anderen tun? Ich möchte ja, dass es ihm gut geht.

Und um herauszufinden, was du selbst davon hast und ob es in deinem Leben Situationen gibt in denen Du Dich selbst nährst, kannst du die folgenden Fragen stellen:

  • Was habe ich davon, welches Bedürfnis in mir wird erfüllt, wenn ich jemand anderes einen Gefallen tue.
  • In welchen Situationen – in der Sexualität und im Leben insgesamt – bin ich glücklich, ohne andere zu unterstützen oder anderen zu gefallen.
  • Gibt es Menschen, in deren beisammen sein ich nicht das Gefühl habe gefallen zu müssen.
  • Wer wäre ich, wenn ich einfach ich selbst wäre – ohne etwas zu müssen.
  • Wie würde ich mich fühlen, wenn ich mir erlauben dürfte, wirklich ich zu sein ohne jemand anderem etwas schuldig zu sein.
  • Welche Angst taucht in mir auf, wenn ich nicht die Bedürfnisse des anderen erfülle
  • Was passiert, wenn ich nicht auf den anderen eingehen – was würde schlimmstenfalls geschehen?
  • Wie viel Freiraum, wieviel Zeit für mich selbst nehme ich mir täglich?
  • Wie viele Auszeiten für mich selber gönne ich mir um mich selbst besser kennen zu lernen?

TIPPS um aus dem Muster ausbrechen zu können:

                           Entdecke Dein INNERES KIND 

Dies ist eine gute Möglichkeit, um wieder in Kontakt mit sich selber und den eigenen Bedürfnissen zu kommen. Wenn die Bedürfnisse des Kindes in Erziehung nie erfüllt wurden – wie zum Beispiel genügend Liebe und Zuwendung, Lob, Geborgenheit aber auch die Möglichkeit sich selber zu entdecken und zu entfalten und ausdrücken zu dürfen, dann leben diese Bedürfnisse im Erwachsenen weiter und treiben hier sozusagen ihr Unwesen.

Das ist der Grund, warum viele von uns sich als Opfer ihrer starken Emotionen fühlen und diese so schlecht steuern können. Diese kommen dann oft wieder Räuber aus dem Busch und man hat das Gefühl man ist fremd gesteuert. Innere Kind Arbeit ist eine gute Möglichkeit um diesen Anteilen, die verdrängt sind, wieder in Kontakt zu kommen.

Hier macht man sich auch die eigenen Bedürfnisse bewusst und lernt wieder, auf die eigene Stimme zu hören.

Mache DETOX und verlasse toxische Beziehungen jeder Art

Eine Art Detox oder Aufräumen im Bekannten und Freundeskreis kann auch sehr hilfreich sein.

Um sich von Menschen zu lösen, die einem nicht guttun, ist häufig eine Begleitung notwendig, um den Prozess des Loslassens auch wirklich Transformationen in die Wege leiten zu können.

Häufig braucht man hier jemanden der an einen glaubt und unterstützt den eigenen Selbstwert, beziehungsweise das Selbstwertgefühl zu stärken und auch die Resilienz zu stärken.

Das eigene Potenzial kann so mehr in den Vordergrund rücken – man ist in der Lage besser nein zu sagen und sich abzugrenzen. Und kann sich besser eine eigene Kontur geben, wird so sichtbarer und wahrnehmbarer für den anderen.

Nimm Dir ausreichend ZEIT für Deine Bedürfnisse 

In der Sexualität bzw. vor allem hier ist es ganz wichtig. sich Zeit zu lassen, um genau hin spüren zu können, was gefällt und was nicht gefällt. Genau erkennen zu können was gut tut und was nicht guttut. Denn häufig braucht es sehr viel Aufmerksamkeit um sich selbst besser kennen zu lernen und sich auch zu trauen die eigenen Bedürfnisse auszudrücken. Wenn man sehr stark unter PP leidet dann ist es mitunter gut sich erst alleine mit dem eigenen Körper zu beschäftigen. Möglicherweise ist es auch gut manchmal den Raum zu verlassen und wieder mehr sich selbst zu spüren und weniger sich von den Emotionen des gegenüber färben zu lassen.

Deine KOMMUNIKATION mit anderen aus! Trau Dich!

Es ist wichtig, an der eigenen Kommunikation beziehungsweise an der Kommunikationsfähigkeit zu arbeiten, um jeder Zeit Bedürfnisse äußern zu können. Auch Mut und Selbstwert sind hier gefragt, um über den eigenen Schatten springen zu können und sich zu zeigen.

Denn gerade in der Sexualität ist die Kommunikation essenziell – auch danach – um dem Partner vermitteln zu können, was man braucht, wie man sich fühlt, ob man zufrieden und glücklich ist, ob sich etwas geändert hat in den Bedürfnissen und so weiter.

Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um die Kommunikationsfähigkeit auszubauen und auch den Mut zu finden eigene Bedürfnisse auszudrücken. Die Gewaltfreie Kommunikation oder die Zwiegespräche sind gute Möglichkeiten, diese Kompetenz auszubauen.

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